Vom Niederwürzbacher Weiher
Text: A. Langendörfer Bearbeitet von KLAUS RUFFING
Der Weiher ist nicht eine Schöpfung des Leyenschen
Grafenhauses. Er bestand schon lange vor ihrer Zeit. Ja, die Bodenverhältnisse machen es
wahrscheinlich, dass an seiner Stelle von jeher sich das Wasser staute. Ein tiefes und
enges, von steilwandigen Hängen eingefasstes Tal hat hier unser Heimatbach, der
Würzbach, in die Buntsandsteintafel eingewaschen. Eine wasserundurchlässige Schicht,
vielleicht die zweite Buntsandsteinsohle hat wohl das Wasser gestaut und das ganze
Würzbachtal und seine Seitentäler in ein einziges Sumpfgebiet verwandelt. An den
tiefsten Stellen bilden sich Lachen, Tümpel und kleine Weiher, die durch Dämme und
Bodenaushub erweitert wurden. Die Oberamtsrechnung der Leyenschen Verwaltung von 1786
zählt eine ganze Reihe von Weihern auf: der Bremmenweiher, der Alte Weiher, der
Holzweihe
r, der Papierweiher, der Bohrweiher, der Mühlenweiher,
Grafen- und Philippsweiher, der Hecken- und Rittersmühlenweiher. Weichboden, Sumpf und
Schlamm gab es mehr als genug um die Weiher. Der heutige Bahnhofsvorplatz, die Binn bis
zum Petersberg und Seelbacher Berg, das Tälchen zwischen letzterem und Lahnscheider Wald
gehörten zum Weihergebiet. Gerade dieser Teil verschlammte immer mehr. Die
Niederwürzbacher warfen vor vielen Jahren einen Wall auf von der Binn zur Mühle. Der
obere Weiher wurde nach und nach trockengelegt, der Weiher auf seine heutige Größe
gebracht. Man schätzt sie auf etwa 12 ha, etwa 50 Morgen bei einer Länge von über 1 km
und einer Breite von120-130 m. Der Bau der Würzbachtalstraße mag ihren Teil zur
Einengung bzw. Trockenlegung beigetragen haben. "Nauweiher" nannten Würzbachs
Bewohner das jetzt gestaute Wasser. "Neuweiher" hieß es später und
schließlich kurzweg Weiher, als man nicht mehr wusste, dass auch einmal das Gebiet der
Binn Weiher war. Zum Vergleich der Namengebung sei der Name einer Ortsstraße, der
"Nauweg" oder "Neuweg", von der Binn zur Höhe führend, genannt. Der
heutige Ausbau des Mühlendammes in Beton geschah 1939 im Zuge der
"Reichsverteidigungsmaßnahmen".
Bevor die ersten fürstlichen Anlagen an Niederwürzbachs
Weiher entstanden, war er lediglich für die gräfliche Finanzkasse von Bedeutung.
(Mühlzins und Fischertrag). Durch zahlreiche Fischweiher suchte man damals die sumpfigen
Täler nutzbar zu machen. Manche Leyensche Fischweiher sind allerdings verlandet und
versandet oder durch Menschenhand trockengelegt worden. So erinnern nur noch spärliche
Dammreste an den Allmendweiher und an den Cremerweiher in der Schmalzgrube am Ausgang des
Kirkeler Tales. Das Staatsarchiv Speyer enthält einige Schriftstücke über die Fischerei
im Würzbacher Weiher 1669 und 1755. Daraus geht z.B. hervor, dass der große
Niederwürzbacher Mühlenweiher, der am 24. Oktober 1755 gezogen wurde, "an Karpfen
41
1/2 Ztr. und an Hecht 8 1/4 Ztr." ergab. Im Jahre 1792
ist die durchschnittliche jährliche Einlieferung an Fischen in die Hofküche aus dem
Niederwürzbacher Weiher veranschlagt mit "120 Ztr. Karpfen = 1800 Gulden, 80 Ztr.
Hecht und Perschen = 1600 Gulden, Krebse = 60 Gulden. Trierer Fischhändler übernahmen
gewöhnlich die Ausbeute. Einnahmequelle für den jeweiligen Besitzer, das war also die
Bedeutung des Würzbacher Weihers bis zum Regierungsantritt der Gräfin Marianne.
1807 ging der Weiher in den Besitz des gräflichen
Sekretärs Johann Jakob Schaller über. Fischfang und -verschleiß lagen in seiner Hand,
bis ihn der Tod 1828 abrief. Leopold Cherdolle pachtete dann im Auftrag seines Vaters
Nikola Cherdolle, Gutsbesitzer in St.Ingbert und Käufer und Eigentümer der ehemals
Leyenschen Waldungen um St.Ingbert, die Fischerei des Würzbacher Weihers und
schloss mit
der Frau Witwe Jakob Schaller in der Mühle "Mon Plaisir" den Pachtvertrag ab.
Oft wechselte der Weiher seinen Besitzer bis er schließlich in Besitz der Gemeinde
gelangte.
Der Weiher ist nicht eine Schöpfung des Leyenschen
Grafenhauses. Er bestand schon lange vor ihrer Zeit. Ja, die Bodenverhältnisse machen es
wahrscheinlich, dass an seiner Stelle von jeher sich das Wasser staute. Ein tiefes und
enges, von steilwandigen Hängen eingefasstes Tal hat hier unser Heimatbach, der
Würzbach, in die Buntsandsteintafel eingewaschen. Eine wasserundurchlässige Schicht,
vielleicht die zweite Buntsandsteinsohle hat wohl das Wasser gestaut und das ganze
Würzbachtal und seine Seitentäler in ein einziges Sumpfgebiet verwandelt. An den
tiefsten Stellen bilden sich Lachen, Tümpel und kleine Weiher, die durch Dämme und
Bodenaushub erweitert wurden. Die Oberamtsrechnung der Leyenschen Verwaltung von 1786
zählt eine ganze Reihe von Weihern auf: der Bremmenweiher, der Alte Weiher, der
Holzweihe
r, der Papierweiher, der Bohrweiher, der Mühlenweiher,
Grafen- und Philippsweiher, der Hecken- und Rittersmühlenweiher. Weichboden, Sumpf und
Schlamm gab es mehr als genug um die Weiher. Der heutige Bahnhofsvorplatz, die Binn bis
zum Petersberg und Seelbacher Berg, das Tälchen zwischen letzterem und Lahnscheider Wald
gehörten zum Weihergebiet. Gerade dieser Teil verschlammte immer mehr. Die
Niederwürzbacher warfen vor vielen Jahren einen Wall auf von der Binn zur Mühle. Der
obere Weiher wurde nach und nach trockengelegt, der Weiher auf seine heutige Größe
gebracht. Man schätzt sie auf etwa 12 ha, etwa 50 Morgen bei einer Länge von über 1 km
und einer Breite von120-130 m. Der Bau der Würzbachtalstraße mag ihren Teil zur
Einengung bzw. Trockenlegung beigetragen haben. "Nauweiher" nannten Würzbachs
Bewohner das jetzt gestaute Wasser. "Neuweiher" hieß es später und
schließlich kurzweg Weiher, als man nicht mehr wusste, dass auch einmal das Gebiet der
Binn Weiher war. Zum Vergleich der Namengebung sei der Name einer Ortsstraße, der
"Nauweg" oder "Neuweg", von der Binn zur Höhe führend, genannt. Der
heutige Ausbau des Mühlendammes in Beton geschah 1939 im Zuge der
"Reichsverteidigungsmaßnahmen".
Bevor die ersten fürstlichen Anlagen an Niederwürzbachs
Weiher entstanden, war er lediglich für die gräfliche Finanzkasse von Bedeutung.
(Mühlzins und Fischertrag). Durch zahlreiche Fischweiher suchte man damals die sumpfigen
Täler nutzbar zu machen. Manche Leyensche Fischweiher sind allerdings verlandet und
versandet oder durch Menschenhand trockengelegt worden. So erinnern nur noch spärliche
Dammreste an den Allmendweiher und an den Cremerweiher in der Schmalzgrube am Ausgang des
Kirkeler Tales. Das Staatsarchiv Speyer enthält einige Schriftstücke über die Fischerei
im Würzbacher Weiher 1669 und 1755. Daraus geht z.B. hervor, dass der große
Niederwürzbacher Mühlenweiher, der am 24. Oktober 1755 gezogen wurde, "an Karpfen
41
1/2 Ztr. und an Hecht 8 1/4 Ztr." ergab. Im Jahre 1792
ist die durchschnittliche jährliche Einlieferung an Fischen in die Hofküche aus dem
Niederwürzbacher Weiher veranschlagt mit "120 Ztr. Karpfen = 1800 Gulden, 80 Ztr.
Hecht und Perschen = 1600 Gulden, Krebse = 60 Gulden. Trierer Fischhändler übernahmen
gewöhnlich die Ausbeute. Einnahmequelle für den jeweiligen Besitzer, das war also die
Bedeutung des Würzbacher Weihers bis zum Regierungsantritt der Gräfin Marianne.
1807 ging der Weiher in den Besitz des gräflichen
Sekretärs Johann Jakob Schaller über. Fischfang und -verschleiß lagen in seiner Hand,
bis ihn der Tod 1828 abrief. Leopold Cherdolle pachtete dann im Auftrag seines Vaters
Nikola Cherdolle, Gutsbesitzer in St.Ingbert und Käufer und Eigentümer der ehemals
Leyenschen Waldungen um St.Ingbert, die Fischerei des Würzbacher Weihers und
schloss mit
der Frau Witwe Jakob Schaller in der Mühle "Mon Plaisir" den Pachtvertrag ab.
Oft wechselte der Weiher seinen Besitzer bis er schließlich in Besitz der Gemeinde
gelangte.
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